Wildkräuter werden oft zu unrecht als Unkraut verschrien. Zu unrecht. In früheren Zeiten waren  Kräuter ein wichtiger Bestandteil im Speiseplan unserer Vorfahren. Gerade im Frühling, wenn die Nahrung knapp und der Wintervorrat aufgebraucht war, freuten sich die Menschen über die ersten Frühjahrskräuter wie z.B. Scharbockskraut oder auch die Brennnessel.  Skorbut ( Vitamin C Mangelerkrankung ) war damals weit verbreitet. Infektanfälligkeit und Zahnausfall war häufig anzufinden. 

Das Leben wie die Menschen es früher gelebt hatten, können wir uns schwer vorstellen. Wir kaufen heutzutage  Nahrungsmittel zu jeder Jahreszeit, die es  zur damaligen Zeit nicht gab.  Wie z.B. Kartoffeln, Paprika, Orangen oder Karotten und vieles mehr.

Trotzdem sollten wir auf die Kraft der Wildkräuter nicht verzichten. 

 

  

In der Zeit des Frühlings können wir die Zeit nutzten, mit Wildkräutern unseren Speiseplan zu bereichern. Sie unterstützen unseren Körper zu entschlacken. Sie enthalten mehr Mineralstoffe und Vitamine wie manch gezüchtetes Kraut. Ganz wichtig zu erwähnen sind die Bitterstoffe. Sie fördern die Verdauungssäfte in Leber, Galle, Magen und Darm. So kann der Körper leichter von Winter auf Sommer um stellen. 

Hier stelle ich einiger dieser wunderbaren Helfer vor.

 


Frühlingskräuter


Löwenzahn (Taraxacum officinales).

Er ist ein Kraut für die Leber und Galle. Der Tee hilft die Verdauungssäfte zum fließen zu bringen. Nicht anwenden bei Gallenbeschwerden. Außerdem unterstützt er die Bauchspeicheldrüse. Da dort das Insulin und sein Gegenspieler, das Glukagon produziert werden, kann eine Teekur sich positiv auf  Blutzuckerspiegel auswirken. Daher sollte der Arzt informiert werden, falls man Diabetiker sein sollte. 


Große Brennessel (Urtica dioica).

Sie hilft unseren Körper zu entgiften. Über die Nieren werden Schlacken und Giftstoffe ausgeschieden. Sie unterstützt unsere Abwehr und nimmt so die Anfälligkeit für Erkältungen. Hilfreich bei Rheuma, Gicht und  Durchblutungsstörungen. Zum Frühjahr ist eine Kur mit Brennesseltee hilfreich gegen die Frühjahrsmüdigkeit. 

 In der Küche können wir die Brennessel für Suppen, Salate, Smothies  oder Gemüse nutzen. Im Frühjahr die oberen Spitzen sammeln. Ich benutzt einen Stoffbeutel. Zu Hause nehme ich das Nudelholz und fahre vorsichtig über den Beutel. So werde die Brennhaare zerstört.


Gundermann ( Glechoma hederacea)

Stoffwechselanregendes Kraut. Wirkt über die Nieren. Der Name Gund bedeutet soviel wie Eiter. Er wurde bei schwer heilenden, eitrigen Wunden als Auflage genommen.

In der Küche können wir das Kraut in Salaten nutzen. Die Blüten als Deko. Wichtiges Kraut in der 9 Kräutersuppe. Sie wurde zum Ostarafest gegessen. Heute die Gründonnerstagsuppe vor Ostern.

Vogelmire (Stellaria media)

Sie wird auch Hühnerdarm oder auch Hustdarm genannt. Es ist ein kühlendes Kraut und kann für viele Zwecke verwendet werden.

Überall wo wir den kühlenden Effekt des Krautes nutzen wollen, kann sie eingesetzt werden.

Fieber, Infektionen, aber auch bei Asthma, Bronchitis oder Halsschmerzen. Dazu Vogelmierenbrühe trinken. 

Wundheilung: Sie wirkt nicht nur kühlend sondern auch zusammenziehend. Bei Splittern, Infektionen oder Schwellungen unterstützt sie die Wundheilung des Gewebes. 

Die Vogelmire mit Nudelholz zerdrücken und dann als Auflage auf die Schwellung legen. Auch eine Salbe aus Vogelmire unterstützt den Heilungsprozess. Auch bei Arthritis, Rheuma, steifes Knie und Gicht kann die kühlende Eigenschaft der Salbe genutzt werden. 

Verstopfung: Ein Salat aus Vogelmire kann der Verdauung förderlich sein.



Knoblauchrauke (Alliaria petiolata).

Schmeckt knoblauchartig bis pfefferig. Kleingeschnitten lecker in Frischkäse oder Quark. 


Giersch (Aegopodium podagraria).

Auch Zipperleinskraut genannt. Wurde schon früher bei Gicht eingesetzt. Grade im Frühjahr schmecken die frischen Blätter als Gemüse, in Smothies oder in Salat sehr lecker. Dazu werden die gerade geöffneten Blätter genommen. 


Spitzwegerich (Platago lanceolata).

Die jungen Blätter schmecken nach Champignon. Die Blätter können von April bis August geerntet werden. Junge Blütenköpfe kann man in Butter kurz braten. Auch sie schmecken als Champignonersatz einfach lecker auf einem Salat. 

Das Kraut gehört zu unseren einheimischen Hustenkräutern.

 

 


Heilkräftige Pflanzen des Sommers


Ringelblume (Calendula officinales)

Sie ist eine Pflanze, die bei Wunden zum Einsatz kommt. Unter dem Name Calendula ist sie in Apotheken zu bekommen. Als Tee wirkt sie blutreinigend.

Die Salbe wirkt entzündungshemmend , reinigend,  schmerzlindernd und blutverdünnend. Sie wird bei oberflächigen Wunden, Operationsnarben, Quetschungen und Blutergüssen und rauen Lippen eingesetzt. Auch bei Neurodermitis, Juckreiz, wunden Babypopos ist sie eine wunderbare Unterstützerin.

 

 


Kleinblütige Königskerze.

Sie hat kleinere Blüten als ihre Schwester die großblütige Königskerze. Die Schleimstoffe, die sich in den Blüten und kleineren Blättern befinden, können als Tee wunderbar bei Husten eingesetzt werden.


Beifuß ( Artemesia vulgaris)

Das Kraut für die Frauen. Wirkt wärmend auf den Unterleib. In früheren Zeiten wurde es zur Geburtserleichterung eingesetzt.

Als Fußbad nützlich bei Blasenentzündungen. 

In der Küche wird der Beifuß als Gewürz bei fettigen Speisen zugegeben. Die Bitterstoffe helfen der Leber die Speisen besser zu verdauen.

Den Beifuß ist ein heimisches Kraut, daher nehme ich es gerne, um Räume damit auszuräuchern.


Das Johanniskraut ist eine Pflanze des Lichts.

Sie wird eingesetzt bei seelischer Verstimmung und leichten Depressionen. Aus den Blüten wird das Rotöl gewonnen. Es ist hilfreich unteranderem bei Muskel,-Rückenschmerzen sowie Hexenschuß.  


Schafgarbe (Achillea millefolium)

Die Blätter werden auch Augenbraue der Venus genannt. Schon Pfarrer Kneipp schrieb   " Viel Leid würde den Frauen erspart bleiben, wenn sie ab und zu zur Schafgarbe greifen würden." Sie ist ein Kraut für viele Erkrankungen, aber vorwiegend ein Heilkraut für die Frauen. Bei Unterleibsstörungen jeglicher Art, ist sie eine wichtige Verbündete.